LinkedIn Follower Kauf

Wir haben LinkedIn-Follower gekauft – damit Sie es nicht tun müssen

von Christian Domke-Seidel

Herzchen, Likes und Follower gibt es zum Spottpreis. Die einstiege Leitwährung des Internets ist zur wert- und nutzlosen Ramschware verkommen. Nachhaltiger Erfolg ist komplexer. Aber machbar.

Sonderangebot im Posteingang! „10.000 Instagram-Follower für nur 29,99 Euro“. Irre. Für so wenig Geld wird aus einem unbeachteten Account ein Star. Schnell noch ein paar hundert Likes und Impressions in den Einkaufswagen geklickt – das sind kaum mehr als Microtransactions – und damit sollte die digitale Rakete genug Treibstoff für den Mondflug haben. Theoretisch. Praktisch hätte ein Schnitzel und zwei Bier ums gleiche Geld mehr positiven Einfluss auf die Onlinepräsenz gehabt (Foto vom Essen auf Instagram posten).

Mit Klickvieh die Plattformen überlisten

Gekaufte Interaktionen können aus zwei Quellen kommen. Von zwei schlechten Lösungen sind die Zugriffe, die aus sogenannten Klickfarmen kommen, die weniger gefährlichen. Bei dieser Variante sitzen Billiglöhner aus Ländern wie China oder Indien vor dutzenden Smartphones und swipen und liken sich die Finger wund. Bei der anderen Variante kommen die Likes von programmierten Bots.

Der große Unterschied ist, dass die künstliche Intelligenz der großen Plattformen die Bots sehr leicht erkennt. Ungewöhnliche Aktivitäten werden sofort bestraft. Facebook droht sogar mit der Löschung des Accounts. Interaktionen aus Klickfarmen sind für die Software jedoch schwerer zu erkennen, da hinter ihnen echte Menschen stehen. Zwar mit einem gefälschten Account und völlig wirrem Klickverhalten – aber immerhin. Doch auch hier gilt: Erkennt die Plattform die gefälschten Klicks, hagelt es teils drakonische Strafen.

Doch mit all diesen Interaktionen gibt es ein Problem: Sie nutzen den Kunden nichts. Um diese Erfahrung zu machen, hat sonicboom ein wenig eingekauft. Und zwar 7.500 Follower auf LinkedIn (78,90 Euro), 1.000 Likes auf LinkedIn (64,90 Euro) und 1.500 Follower auf Pinterest (12,90 Euro). Das alles sind reguläre, marktübliche Preise. Wer geduldig auf Sonderangebote wartet, könnte die Ausgaben auch halbieren.

Plötzlich tauchten diverse User aus Indien auf unserem Profil auf, folgten uns und hinterließen Likes. Die Zugriffe auf unsere Homepage blieben aber gleich. Es war kein Unterschied zu sehen. Weil irgendwelche künstlich in die Höhe getriebenen Statistiken auf Social Media nicht mehr sind als ein Videospiel für Marketingmitarbeiter. Mit ebenso viel Bezug zur Realität. Wer die Statistiken seiner Mannschaft bei „Fifa 22“ auf der Konsole erhöht, kann deswegen ja auch nicht gut kicken oder einen echten Club führen.

Gekaufte Follower: Das haben wir gelernt

Nachhaltiger Erfolg lässt sich mit gekauften Follower nicht erzielen. Tausend gekaufte Klicks sind eben weniger wert als fünfzig echte Kunden. Auch der Algorithmus ließ sich nicht täuschen. Vier zentrale Erkenntnisse konnten wir gewinnen:

Der Kauf von Follower wirkt sich nicht positiv auf die weitere Entwicklung auf. Seiten gewinnen nicht automatisch neue Fans, nur weil sei schon viele hat, die nicht interagieren. Bei einer organisch gewachsenen Fanbase ist das anders.

Die Reichweite des Profils steigt. Tatsächlich werden Beiträge, die außerhalb des bezahlten Leistungszeitraums liegen, öfter gesehen. Kein Wunder, schließlich haben wir jetzt mehr Follower.

Durch die neuen Follower steigt die Zahl der Profilbesuche leicht an. Es gibt zwar mehr Fans, die sich aber nicht für unser Unternehmen interessieren, solange sie kein Geld dafür bekommen.

Die Entwicklung der Interaktionen wird durch den Kauf nicht positiv beeinflusst. Wer seine neu gewonnen User nicht für Likes oder Shares bezahlt, muss damit rechnen, dass die Rate genauso steil nach unten geht, wie sie mit dem Kauf nach oben geschossen ist.

Dass es so kommen musste, war klar. Denn auch die Firmen, die Interaktionen auf Social-Media-Kanälen verkaufen, finden sich auf diversen Bewertungsplattformen. Und die Rezensionen sind meist eindeutig. „Nie wieder. Betrüger. Geld weg und keine Leistung“, ist eine, die stellvertretend für viele steht. Andere Kunden berichten davon, dass die Plattformen, für die Klicks gekauft wurden, „Views“ auch wieder zurücknehmen, wenn der Algorithmus sie als Fake-Klicks erkennt.

Der größtmögliche Erfolg für ein Unternehmen mit gekauften Follower ist es, für die künstliche hochgetriebenen Zahlen nicht bestraft zu werden. Zugriffe oder gar Umsatz lassen sich damit nicht steigern. Das Budget sollte zielgerichteter investiert werden. In den nachhaltigen Aufbau einer Community. Das mag länger dauern und komplizierter sein, liefert aber auch Ergebnisse.

Kunden gewinnen, statt Likes kaufen

Die Daten – und damit das Wissen – wie diese Art der digitalen Kundengewinnung funktionieren kann, ist in jeder Firma vorhanden. Doch brauch es das Knowhow, an diese Informationen ranzukommen und sie in eine digitale Strategie umzuwandeln. Das ist genau das, worauf sich sonicboom spezialisiert hat.

LinkedIn-Performance: Welche Kennzahlen sind entscheidend?

LinkedIn-Follower

Die Anzahl der Personen, die einem Unternehmen auf LinkedIn folgen. Diese Menschen bekommen regelmäßig die neuesten Beiträge, die auf der Unternehmensseite gepostet werden, angezeigt. Diese haben wir durch einen gezielten Zukauf drastisch erhöht, um die Auswirkungen auf die anderen KPIs zu messen.

Reichweite

Die Reichweite ist die Anzahl der eindeutigen Impressions Ihrer LinkedIn Beiträge. Beeinflusst wird diese Zahl durch die Interaktionsrate (Engagement) Ihrer Postings und eben durch die Anzahl an (organischen) Followern (daher unsere These: Je mehr Follower, desto mehr Reichweite).

Profilansichten

Diese Kennzahl verrät Ihnen, wer in der letzten Zeit Ihr Unternehmensprofil besucht hat. Besonders interessant hierbei ist die Tatsache, ob es sich bei Besucherinnen und Besuchern um die von Ihnen angepeilte Zielgruppe handelt, oder ob Ihre Inhalte an ihr vorbeigehen.

Interaktionsrate

Die Besonderheit an LinkedIn ist, dass die Engagementrate einen direkten Einfluss auf die organischen Impressionen hat, die Ihre Postings generieren. Im Vergleich zu anderen Social-Media-Plattformen zählt LinkedIn aber ausschließlich Likes, Kommentare und geteilte Inhalte als Engagement. Link-Klicks werden nicht als Interaktion gewertet, Links, die von LinkedIn weg führen, können sich sogar negativ auf die Performance auswirken.

Selbstexperiment: LinkedIn-Followerkauf

Wir haben unsere datenbasierten Annahmen einer Analyse unterzogen.

Annahme 1: Der Kauf von LinkedIn Followern wirkt sich NICHT positiv auf die weitere Follower Entwicklung aus.

Ergebnis: Diese Annahme konnte bestätigt werden. Der explosionsartige Anstieg der Followerinnen und Follower im Juni 2021 beeinflusste die Folgemonate so gut wie gar nicht. Der Zukauf von Followern ist also klein nachhaltiges Mittel, um laufend neue Followerinnen und Follower zu generieren.

Annahme 2: Der Kauf von LinkedIn Followern wirkt sich positiv auf die weitere Reichweitenentwicklung aus.

Ergebnis: Diese Annahme konnte bestätigt werden. Mehr Follower bewirkt auch, dass mehr Menschen mit unseren Inhalten in Berührung kamen.

Annahme 3: Der Kauf von LinkedIn Followern wirkt sich positiv auf die Anzahl der weiteren Profilbesuche aus.

Ergebnis: Diese Annahme konnte bestätigt werden. Nach unserem Follower Kauf stieg die Anzahl an Profilbesuchen tendenziell an.

Annahme 4: Der Kauf von LinkedIn Followern wirkt sich NICHT positiv auf die weitere Interaktionsentwicklung aus.

Ergebnis: Diese Annahme konnte eindeutig bestätigt werden. Die wichtigste LinkedIn-Kennzahl ist schlussendlich ausschlaggebend für die organische Reichweite der eigenen LinkedIn Beiträge. Wer Follower kauft, kauft kein echtes Interesse an den Inhalten.

Fazit

Eine künstliche Steigerung der LinkedIn-Performance durch den Zukauf von Followerinnen und Followern ist ein rein kosmetischer Effekt. Personen, die das eigene Unternehmensprofil besuchen, werden von einer beeindruckenden Follower-Anzahl geblendet. Mehr aber nicht. Nachhaltige digitale Erfolge auf LinkedIn sind deutlich schwerer zu erzielen. Die eigene Zielgruppe muss mit den passenden Inhalten konstant erreicht werden. Die Interaktionsrate, die Unternehmen für guten oder kontroversen Content belohnt, führt schließlich auch zu einem organischen Wachstum auf LinkedIn und einer Steigerung der Reichweite der eigenen Beiträge.

Auch wenn der Zukauf an Followern für eine Reichweitensteigerung und eine Steigerung der Besucherzahlen führt: Das sind keine nachhaltigen Kennzahlen, da Reichweite und Besucher nur dann Relevanz haben, wenn es auch die eigene Zielgruppe ist, die mit den produzierten Inhalten erreicht werden soll.

sonicboom macht aus dem gigantischen Pool an Daten, den jedes Unternehmen hat (vielleicht auch ohne es zu wissen), eine Digitalstrategie zur Gewinnung neuer Kunden und zur Generierung von Umsatz. sonicboom will keine Herzchen und Likes holen, sondern aus unklaren, digitalen Zielen echte Erfolgskennzahlen machen.