Analyse

So schließen Sie Fake-Nutzer aus Ihrem Facebook-Targeting aus

von Lucas Deimann

Fake-User auf Facebook sind nicht nur lästig, sondern kosten Unternehmen bares Geld. Wie Sie Fake-Profile erkennen und wie Sie diese aus Ihren Facebook-Werbekampagnen ausschließen, erfahren Sie hier.

Facebook versucht zunehmend Fake-Nutzern das Handwerk zu legen und sie von allen Plattformen zu entfernen. Fake-Profile verursachen aber immer noch einen erheblichen Schaden im Bereich der bezahlten Anzeigen, bei dem sich Facebook bislang mit automatisierten Maßnahmen gegen Fake-Nutzer zurückhält. Um die falschen Profile aus Ihrer Facebook-Werbung auszuschließen, müssen Sie also selbst handeln.

Warum Fake-Nutzer auf Ihre Anzeigen reagieren
Likes von Fake-Profilen kosten Ihrem Unternehmen Geld. Sie bezahlen für Interaktionen von Menschen, die nicht echt sind und nie mit Ihrem Produkt in Berührung kommen. Fake-Profile werden meist von Klickfarmen erstellt, die ihr Geld damit verdienen Facebook-Fans und Follower zu verkaufen. Das tun sie, indem sie sich wahllos durch die unterschiedlichsten Facebook-Seiten klicken und auch bei Ihrer Werbeanzeige landen.

Facebook fürchtet sich vor Diskriminierungsvorwurf
Grundsätzlich hat Facebook die Mittel, um gegen Fake-User- und Userinnen vorzugehen. Der Ausschluss von Zielgruppen im Rahmen des Targetings über den Ad-Manager ist für Facebook rechtlich heikel. In den USA gab es bereits Sammelklagen gegen Facebook. Man wirft dem Unternehmen vor, durch die Ausschlusskriterien bei Werbeanzeigen Zielgruppen zu diskriminieren. Problematisch ist, dass manche Userinnen und User durch Kriterien wie ihre Herkunft oder ihr Alter manche Werbeanzeigen nie zu Gesicht bekommen. Deshalb ist es auch seit Längerem nicht mehr möglich, Expats vom Targeting gezielt auszuschließen.

Wie Sie gegen Fake-Profile in Ihren Werbekampagnen vorgehen können
Ihre Facebook-Werbung effizient zu gestalten und Streuverluste minimal zu halten, müssen Sie selbst aktiv werden. Der Facebook Ad-Manager bietet zahlreiche Wege Ihre Zielgruppe einzuschränken und somit die Interaktion von Fake-Profilen mit Ihren Anzeigen zu minimieren. Grenzen Sie Ihre Zielgruppe thematisch und regional möglichst eng ein. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie echte Menschen mit Ihren Anzeigen erreichen. Wir haben für Sie eine Liste mit Tipps erstellt, mit denen Sie Fake-Userinnen und Usern in Ihren Facebook-Ads den Kampf ansagen können.

 

1. STANDORT eingrenzen

Wählen Sie im Facebook-Werbeanzeigenmanager unter „Standorte“ den Punkt „Personen, die in diesem Ort wohnen". Damit schließen Sie Nutzerprofile (IP-Adressen) aus, deren Wohnsitz sich nicht in der von Ihnen ausgewählten Region befindet.

 

2. SPRACHE auswählen

Wählen Sie unter „Sprachen“ immer die Sprache aus, die Sie in Ihren Ads verwenden z. B. Deutsch in Österreich. Falls Sie auch englischsprachige Profile in Deutschland erreichen wollen, machen Sie eine zusätzliche Kampagne mit der Sprachausrichtung „Englisch“.

 

3. TARGETING fokussieren

Je regionaler und thematisch spezifischer das Targeting, desto geringer der Anteil an Fake-Userinnen und Usern (z. B.: Interesse: „Villacher Fasching“ statt „Karneval“ oder „Rodeln“ statt „Sport“).

 

4. PERSONEN ausschließen

Wenn Sie bei bestimmten Personen sicher sind, dass es sich um Fake-Profile handelt, empfiehl es sich, diese laufend vom Targeting auszuschließen. Dieser Prozess ist aufwendig, jedoch auf lange Sicht gesehen sehr effektiv. Der Facebook-Algorithmus erkennt bestimmte Muster und schließt Fake-Profile aus Ihren Kampagnen aus.

 

5. NEGATIVE ZIELGRUPPEN formulieren

Aktivieren Sie die Funktion „Custom Audiences ausschließen“ im Facebook Ad-Manager oder legen Sie eine „negative Zielgruppe“ an. Dadurch können Sie Personen, bei denen Sie vermuten, dass es sich um Fake-Profile handelt, explizit vom Targeting ausschließen.

 

6. CUSTOM AUDIENCES erstellen

Je genauer Sie die gewählte Zielgruppe bestimmen, desto geringer ist der Anteil an Fake-Userinnen und User. Beschränken Sie sich bei der Wahl Ihrer Zielgruppe auf die Besucherinnen und Besucher Ihrer Webseite oder versuchen Sie Lookalikes Ihrer gewohnten Zielgruppe zu erreichen. Erstellen Sie dazu eine Kundenliste mit der Funktion „Custom Audiences“.

 

7. VERBINDUNGEN einschränken

Unter „Verbindungen“ können Sie im Werbeanzeigenmanager gezielt „Freunde von Personen, denen diese Seite gefällt“, ansprechen. Auf diese Weise reduzieren Sie das Ansprechen von Fake-Profilen in Ihren Kampagnen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass keine „Fans“ gekauft wurden. Ein Nachteil dieser Methode ist eine im Verhältnis kleine Zielgruppe.

 

8. LÄNDER ausschließen

Werfen Sie einen Blick in Ihren „Insights“-Bereich. Falls Sie hier erkennen, dass besonders viele Personen aus „unerwünschten Ländern“ auf Ihre Anzeigen reagieren, können sie gezielt Staaten vom Targeting ausschließen. Wählen Sie unter den „Einstellungen“ die Funktion „diese Seite von Personen aus diesen Ländern verbergen.“